Sonntag, 12. März 2017

Brücken- Schoppen-Saison auf der „Alde Meebrück“ ist eröffnet

Auf der Alten Mainbrücke brodelt es wieder zwischen den Brückenheiligen - die Brücken-Saison ist eröffnet.



Sonntag, 12. März 2017

Es ist Sonntagabend. Der Tag war wunderschön in Würzburg. Ich war auf der Brücke und richtig beeindruckt, "wieviel Leut' da worn". Alle haben sicherlich nicht unseren Aufruf zur Brückeneröffnung gelesen. Ganz im Gegenteil. Nur wir hatten rechtzeitig die Saison eingeläutet, "weils Wetter danach war". Zwei Musiker haben Stimmung gemacht. Ich habe zum Wasserfall hinab gestarrt und beobachtet. Jede Sekunde ist anders. Und das Wasser ist tosend. Ich wünschte mir ein Mikrophon um Musik und tosenden Wasserfall festzuhalten. Es waren wunderbare Augenblicke.

Freitag/Samstag: 10./11. März 2017

Brücken-Schoppen-Saison auf der „Alde Meebrück“ ist eröffnet
Autor: Gerhard Brand, Würzburg

Es ist wieder soweit. Mir könne wieder Schoppe pfetz. Zwischen Brückenheiligen, Scheinheiligen und Brückenschwalben -- so das Gedicht vom Bendel-Horst -- sind wieder Touristen aus aller Herren Länder zu finden. Japaner, Chinesen, Schwaben, „auch Sochs’n aus Dräsd’n“ die zum „Kiggers“-Spiel gegen Dynamo kommen. Der Brückenschoppen eint alle. Auf der „Alten Mainbrücke“ in Würzburg brodelt es. Man spürt und hört die Globalisierung. Tauberfranken reden ihr fränkisches Schwäbisch, Oberpfälzer rufen „wou na“ und suchen das Fensterchen, bei dem in der Mainmühle von Jan Endres der Wein ausgeschenkt wird. Die Sonne meint es gut mit uns - der Himmel wird blau. Und wir nicht. Und unser Punk, der vom Chinesischen ins Japanische übersetzt, ist auch wieder da: „Lei mer emal a Mark“, fragt er.

Das ist der Punk von der "Alten Mainbrücke" in Würzburg

Die Sachsen aus Dresden sind ganz und gar nicht von PEGIDA oder der AfD. Es sind nette Dynamo-Fans. Offen und neugierig. „Trinkt ihr hier immer auf der Brücke einen Wein“, hatten sie den Herrn Chef-Redakteur, diesmal im eleganten Wintermantel gefragt. Und der schlägt gleich vor, dass man doch das „Blaue Wunder“ in Dresden auch zu einem Freiluft-Winzer-Garten umfunktionieren könnte. Wir Würzburger exportieren unsere Ideen, wollen aber dafür auch bezahlt werden.




Für die Redaktion der Giemaul-Post und der Meeviertel-News hat aber auch wieder die Zeit begonnen, wo man Freunde trifft und sich um 18 Uhr oder schon vorher auf der Brücke einfinden kann. Da kommen die jungen Studenten aus der Rottendorfer Straße - und versuchen einem die Welt zu erklären. Dabei kennen die jungen Studenten weniger die Welt, als ihre narrische Internet- und Uni-Wirklichkeit. Und der Fasching ist schon längst vorbei. Wir haben die Fastenzeit. Aber uns als „Teilzeit-Veganer“ macht das nichts aus. Wir leben das ganze Jahr über bescheiden und suffizient, wie die Leute vom Würzburger Bergwald-Projekt uns erklären. Der Paul ist auch wieder da, auch der Herr Rechtsanwalt, der Stadtrat und die Frohnatur aus dem Rheinischen, die muntere Faschings-Prinzessin aus Rimpar ebenso wie Frauen aus dem Spessart und der Rhön. Und natürlich auch die Weiblichkeit aus dem Rathaus: die bürgernahe Stadtverwaltung. Auf der Brücke trifft man viele Freunde und Freundinnen, Scheinheilige und Brückenschwalben.


Auf der „Alten Mainbrücke“ spürt man auch die Geschichte. Man ist mittendrin. Die Brücke ist eine Klammer von Vergangenheit und Gegenwart. 1631 haben die Schweden die Festung nicht nur gestürmt, sondern auch genommen. Der eine oder andere wurde dabei verletzt und getötet. Der Würzburger Fürstbischof hatte schon kurz vorher das Weite gesucht und die Würzburger Stadtbevölkerung hatte wie das kluge Schweinfurt mit dem Schwedenkönig Gustav Adolf, seinem Obristen mitsamt dem erfolgreichen Heer einen Pakt geschlossen. Das alles spürt man irgendwie zwischen den Brückenheiligen. Man ist Teil des Flusses der Geschichte. Die Brücke ist lebendige Geschichtskultur und weckt historisches Bewußtsein. Regt zu Fragen und Antworten an. Das gibt Orientierung für die Zukunft.

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