Sonntag, 15. September 2019

Die offene Beziehung - wie funktionieren neue Beziehungsformen


... die junge Generation heute sei beziehungsunfähig. Dabei entwickeln sich lediglich neue Formen zwischenmenschlicher Beziehungen – oder es werden Formen salonfähig, die lange als verrucht galten. Die offene Beziehung gehört dazu. 























Dienstag, 6. August 2019

Literaturbalkon: Hermann Hesse - Narziß und Goldmund











Wenn ich trotzdem weiß,
was Liebe ist,
so ist es deinetwegen.
Dich habe ich lieben können,
dich allein unter den Menschen

- Hermann Hesse


An dieser Erzählung schrieb Hesse on April 1927 bis Januar 1929. Zunächst gab es drei Varianten für den Titel: Narziß oder der Weg zur Mutter, Das Lob der Sünde, schließlich entschied er sich für Narziß und Goldmund mit dem Untertitel 'Geschichte einer Freundschaft, der 1929 für den Vorabdruck in der Zeitschrift Die Neue Rundschau verwendet wurde, in der Erstausgabe von 1930 jedoch entfiel. 




"Narziß und Goldmund gehört zu den Büchern, die einen Künstler tief beeindrucken. Es besitzt Zauber und große Weisheit, - Lebensweisheit, wie D. H. Lawrence sagen würde. Es ist wie eine Kadenz über die Metaphysik der Kunst. Jeder, der dieses Buch liest, wird in sich eine mächtige Erweckung der ewigen Wahrheit der Kunst erfahren."

Henry Miller in "Die Kunst des Lesens."


Hesses Roman "Narziß und Goldmund" setzt mit großer sprachlicher Schönheit ein und scheint in einer mittelalterlichen Zeitlosigkeit zu schweben, die dem poetischen Bedürfnis dieses der rohen Aktualität widersprechenden Geistes entspricht, ohne darum seine schmerzliche Fühlung mit den Problemen der Gegenwart zu verleugnen … ein wunderschönes Buch mit einer Mischung als deutsch-romantischen und modern-psychologischen, ja psychoanalytischen Elementen … eine in ihrer Reinheit und Interessantheit durchaus einzigartige Romandichtung.

so Thomas Mann
zitiert nach dem Cover Hermann Hesse "Narziß und Goldmund" Suhrkamp Verlag, 48. Auflage 2014

Donnerstag, 27. Juni 2019

Kilian - der "Heilige" mit Body-Painting



Der Kilian auf der Alten Mainbrücke ist bisher nicht bunt gewesen. Warum nicht auch einmal in bunt? 

Auf der „Alten Mainbrücke“ spürt man auch die Geschichte. Man ist mittendrin. Die Brücke ist eine Klammer von Vergangenheit und Gegenwart. 1631 haben die Schweden die Festung nicht nur gestürmt, sondern auch genommen. Der eine oder andere wurde dabei verletzt und getötet. Der Würzburger Fürstbischof hatte schon kurz vorher das Weite gesucht und die Würzburger Stadtbevölkerung hatte wie das kluge Schweinfurt mit dem Schwedenkönig Gustav Adolf, seinem Obristen mitsamt dem erfolgreichen Heer einen Pakt geschlossen. Das alles spürt man irgendwie zwischen den Brückenheiligen. Man ist Teil des Flusses der Geschichte. Die Brücke ist lebendige Geschichtskultur und weckt historisches Bewußtsein. Regt zu Fragen und Antworten an. Das gibt Orientierung für die Zukunft.

Dienstag, 1. Januar 2019

Die "68er" in Würzburg - an der Uni und auf der Brücke

Die Frage, die man sich stellen muss, ist - "Was waren die 68er"?  Wie immer sind die Antworten ganz konkret im eigenen Umfeld zu suchen und die Zusammenhänge mit den allgemein-historischen Linien zu verstehen.

Am wichtigen Wochenende rund um den 15. Oktober hatten wir ja unser Klassentreffen der 68er Abiturklasse aus dem Schönborn-Gymnasium (zwischendurch war es das Mozart-Schönborn-Gymnasium und jetzt heißt es das Dag-Hammarskjöld-Gymasium am Frauenlandplatz in Würzburg). Das war eine gute Fallstudie, sicherlich nicht 1000-Prozentig repräsentativ für Deutschland oder sogar Würzburg. Anschließend war am Sonntag die Wahl des Bayrischen Landtags. Das war für mich Anlass genug im letzten Quartal des Jahres 2018 über die vergangenen 50 Jahre nachzudenken.


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Die Generation, die in der Nachkriegszeit groß geworden ist, also wir -- ich bin 1949 geboren -- hatten über viele Dinge eine andere Meinung und ein anderes Weltbild als die Eltern oder auch die ältere Generation. Als die 68er Generation damit öffentlich wurde, stießen sie auf Unverständnis, Unwissen und Ablehnung.

Die Schüler und Studenten, die Mitte der 60er Jahre gegen den Vietnamkrieg der Amerikaner, gegen die verkrusteten alten Strukturen an den Hochschulen und gegen die globalen Verhältnisse bzw. die Ausbeutung der Dritten Welt protestierten und im Alltag revoltierten, wirkten auf die deutsche und Würzburger Gesellschaft wie ein Angriff auf eine Realität und den erarbeiteten Wohlstand. Es war eine Bedrohung der gesellschaftlichen Umgebung, die über die lokalen, nationalen und globalen Zustände in der Welt nicht nachdenken wollte und auch nicht konnte. Die bestehende (Denk-)Ordnung ging über alles.

Die neue Jugendbewegung war nicht lokal oder national, sondern international. In Deutschland war die geteilte alte Hauptstadt West-Berlin ein Ursprung und Brennpunkt. Dort ereigneten sich auch die beiden Gewalttaten, die die vorher fast friedliche deutsche Revolte auch zur physischen Gewalt kippten. Am 2. Juni ereignete sich die erste Tat durch einen Polizisten: Benno Ohnesorg wurde als Demonstrant gegen den Staatsbesuch des Schah von Persien erschossen. Der Polizist wurde sogar, wegen angeblicher Notwehr, freigesprochen. Von der linksliberalen Deutschland und Europa wurde dies als Justiz- und Staatsversagen interpretiert - die eutsche Jugendbewegung radikalisierte sich weiter.

Und weiter dann, kaum ein Jahr später, am 11. April 1968, während unserer Abiturphase, erlebten wir das Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke. Ein Anstreicher, Josef Bachmann, schoss auf ihn. Der Student überlebte zwar mit schwersten Kopfverletzungen, wurde nie wieder halbwegs gesund. In Berlin und anderswo in deutschen Städten tobten wilde Straßenschlachten. Besonders die Springer-Presse, wie die BILD-Zeitung, wurden von den Demonstranten angegriffen - als Reaktion auf die rechte Meinungsmache, die die Gewalt nach Meinung vieler mit verursacht hatten.  Tausende blockierten die Druckgebäude, damit die Springer-Zeitungen nicht ausgeliefert werden konnten.

Donnerstag, 9. August 2018

Tesla Workshop am 22.08.2018 in Würzburg-Heidingsfeld

Die Mobilität ist bereits im Umbruch: Wir sind deshalb stolz darauf, die Tests und Erfahrungsberichte über den aktuellen Stand der E-Mobilität in einem TESLA-Workshop in Würzburg Heidingsfeld in den Sommerferien präsentieren zu können: 

Mittwoch, 22. August 2018  Zeit: 18-19:30 
Ort: Metallbau Hämmelmann
Unterer Kirchbergweg 106 - 97084 Würzburg
Tel. 0931-61158 





Elektromobilität und höchsten Fahrkomfort bietet die Marke TESLA. Das kalifornische Unternehmen gilt als Vorreiter im autonomen Fahren und Nr. 1 der E-Mobilität. (*) Schwerpunkt des Workshops in den Sommerferien sind unsere Tests und Fahr-Erfahrungen mit dem Modell X. Robert Hämmelmann berichtet über seine Nutzererfahrungen mit diesem vollelektrisch angetriebenen Fahrzeug des Automobilherstellers aus Palo Alto. 

Bereits seit 20 Jahren erzeugt Robert Hämmelmann den auf dem eigenen Dach in Würzburg-Heidingsfeld preiswert produzierten Strom, auch um ökologisch bewusst und gesund mobil zu sein. Wir berichten über den Bau und den Betrieb seiner Ladesäule am Fuß der Autobahn A3 und informieren kompakt über unsere Tests der Elektro-Fahrzeug-Klasse um 30.000 Euro: BMW I3, den Renault ZOE und den Elektro-SMART von Mercedes, denn es muss nicht immer gleich ein TESLA sein. Wir vergleichen diese deutschen bzw. europäischen Fahrzeuge mit dem TELSA-Modell 3. Weiter informieren wir über das Green City Projekt in Heidingsfeld, das ab sofort und Herbst umgesetzt werden soll. 

Anmelden unter ggbrand(a)Hotmail.com auf Facebook oder 0176-6101 7447, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Teilnahme kostenlos - Spenden willkommen. 

(*) Wir werden natürlich rund um den Workshop auch kurz über die aktuellen Börsenturbulenzen rund um TESLA und Elon Musk reden. Jedoch ist dies nicht der Schwerpunkt unserer Überlegungen. Wahrscheinlich wird die Akademie 4.0 auf einem Stammtisch des Main-Investment-Clubs (https://main-investment-club.blogspot.com/) eine Diskussionsrunde organisieren.

Veranstalter: Würzburger Akademie 4.0 zusammen mit BRAND & PARTNER Unternehmensberatung Gerhard Brand - Home-Office: Spessartstr. 11 - 97082 Würzburg

Was ist eine philosophische Lebenskunst? Überlegungen zur Alten Mainbrücke in Würzburg.

Die alten Griechen nannten es epimeleia heautou, was ins Deutsche übersetzt, soviel wie "die Sorge um sich selbst" bedeutet. Und das war lange Zeit das wesentliche Ziel der griechischen Philosophie und Philosophen. Der Blick wurde nach Innen gerichtet, um so Wahrheit und Schönheit zu erlangen. Wahres Sein liegt also auf einer neuen Seinsebene, die auch das eigene Nichtsein bedeutet. Das Ich als Teil des großen Ganzen.



Vor diesem Hintergrund ist Meditieren in der Antike ( melete) und  bei den Römern (meditatio) zu verstehen. Es war in der Antike eine Gedankenübung, um sich an Gutes, Wahres und Schönes zu erinnern. Gedanken wurden formuliert und immer und immer wiederholt, um diese Denkmuster fester ins Bewusstsein zu verankern. 

Am Morgen wird gedacht, wie der Tag "wahr" verläuft. Am Abend hat der römische Sklave Epiktet (50 n. chr. - 130 n. Christus in der Tradition der Stoiker) sinniert, was der Tag gebracht hat, wie das Leben um ihn herum auf ihn gewirkt bzw. er reagiert hat. Ich selbst sehe mich am Abend oft wie ein Fisch im Wasser des Alltagslebens, wie und wohin bin ich geschwommen, wie hat mich der Alltag getrieben, welchen Strömungen oder Studeln war ich ausgesetzt, wo war Gegenstom und wo konnte ich einfach in der Strömung schnell mit schwimmen.

(wird fortgesetzt)