Dienstag, 1. Januar 2019

Die "68er" in Würzburg - an der Uni und auf der Brücke

Die Frage, die man sich stellen muss, ist - "Was waren die 68er"?  Wie immer sind die Antworten ganz konkret im eigenen Umfeld zu suchen und die Zusammenhänge mit den allgemein-historischen Linien zu verstehen.

Am wichtigen Wochenende rund um den 15. Oktober hatten wir ja unser Klassentreffen der 68er Abiturklasse aus dem Schönborn-Gymnasium (zwischendurch war es das Mozart-Schönborn-Gymnasium und jetzt heißt es das Dag-Hammarskjöld-Gymasium am Frauenlandplatz in Würzburg). Das war eine gute Fallstudie, sicherlich nicht 1000-Prozentig repräsentativ für Deutschland oder sogar Würzburg. Anschließend war am Sonntag die Wahl des Bayrischen Landtags. Das war für mich Anlass genug im letzten Quartal des Jahres 2018 über die vergangenen 50 Jahre nachzudenken.


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Die Generation, die in der Nachkriegszeit groß geworden ist, also wir -- ich bin 1949 geboren -- hatten über viele Dinge eine andere Meinung und ein anderes Weltbild als die Eltern oder auch die ältere Generation. Als die 68er Generation damit öffentlich wurde, stießen sie auf Unverständnis, Unwissen und Ablehnung.

Die Schüler und Studenten, die Mitte der 60er Jahre gegen den Vietnamkrieg der Amerikaner, gegen die verkrusteten alten Strukturen an den Hochschulen und gegen die globalen Verhältnisse bzw. die Ausbeutung der Dritten Welt protestierten und im Alltag revoltierten, wirkten auf die deutsche und Würzburger Gesellschaft wie ein Angriff auf eine Realität und den erarbeiteten Wohlstand. Es war eine Bedrohung der gesellschaftlichen Umgebung, die über die lokalen, nationalen und globalen Zustände in der Welt nicht nachdenken wollte und auch nicht konnte. Die bestehende (Denk-)Ordnung ging über alles.

Die neue Jugendbewegung war nicht lokal oder national, sondern international. In Deutschland war die geteilte alte Hauptstadt West-Berlin ein Ursprung und Brennpunkt. Dort ereigneten sich auch die beiden Gewalttaten, die die vorher fast friedliche deutsche Revolte auch zur physischen Gewalt kippten. Am 2. Juni ereignete sich die erste Tat durch einen Polizisten: Benno Ohnesorg wurde als Demonstrant gegen den Staatsbesuch des Schah von Persien erschossen. Der Polizist wurde sogar, wegen angeblicher Notwehr, freigesprochen. Von der linksliberalen Deutschland und Europa wurde dies als Justiz- und Staatsversagen interpretiert - die eutsche Jugendbewegung radikalisierte sich weiter.

Und weiter dann, kaum ein Jahr später, am 11. April 1968, während unserer Abiturphase, erlebten wir das Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke. Ein Anstreicher, Josef Bachmann, schoss auf ihn. Der Student überlebte zwar mit schwersten Kopfverletzungen, wurde nie wieder halbwegs gesund. In Berlin und anderswo in deutschen Städten tobten wilde Straßenschlachten. Besonders die Springer-Presse, wie die BILD-Zeitung, wurden von den Demonstranten angegriffen - als Reaktion auf die rechte Meinungsmache, die die Gewalt nach Meinung vieler mit verursacht hatten.  Tausende blockierten die Druckgebäude, damit die Springer-Zeitungen nicht ausgeliefert werden konnten.

Donnerstag, 9. August 2018

Tesla Workshop am 22.08.2018 in Würzburg-Heidingsfeld

Die Mobilität ist bereits im Umbruch: Wir sind deshalb stolz darauf, die Tests und Erfahrungsberichte über den aktuellen Stand der E-Mobilität in einem TESLA-Workshop in Würzburg Heidingsfeld in den Sommerferien präsentieren zu können: 

Mittwoch, 22. August 2018  Zeit: 18-19:30 
Ort: Metallbau Hämmelmann
Unterer Kirchbergweg 106 - 97084 Würzburg
Tel. 0931-61158 





Elektromobilität und höchsten Fahrkomfort bietet die Marke TESLA. Das kalifornische Unternehmen gilt als Vorreiter im autonomen Fahren und Nr. 1 der E-Mobilität. (*) Schwerpunkt des Workshops in den Sommerferien sind unsere Tests und Fahr-Erfahrungen mit dem Modell X. Robert Hämmelmann berichtet über seine Nutzererfahrungen mit diesem vollelektrisch angetriebenen Fahrzeug des Automobilherstellers aus Palo Alto. 

Bereits seit 20 Jahren erzeugt Robert Hämmelmann den auf dem eigenen Dach in Würzburg-Heidingsfeld preiswert produzierten Strom, auch um ökologisch bewusst und gesund mobil zu sein. Wir berichten über den Bau und den Betrieb seiner Ladesäule am Fuß der Autobahn A3 und informieren kompakt über unsere Tests der Elektro-Fahrzeug-Klasse um 30.000 Euro: BMW I3, den Renault ZOE und den Elektro-SMART von Mercedes, denn es muss nicht immer gleich ein TESLA sein. Wir vergleichen diese deutschen bzw. europäischen Fahrzeuge mit dem TELSA-Modell 3. Weiter informieren wir über das Green City Projekt in Heidingsfeld, das ab sofort und Herbst umgesetzt werden soll. 

Anmelden unter ggbrand(a)Hotmail.com auf Facebook oder 0176-6101 7447, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Teilnahme kostenlos - Spenden willkommen. 

(*) Wir werden natürlich rund um den Workshop auch kurz über die aktuellen Börsenturbulenzen rund um TESLA und Elon Musk reden. Jedoch ist dies nicht der Schwerpunkt unserer Überlegungen. Wahrscheinlich wird die Akademie 4.0 auf einem Stammtisch des Main-Investment-Clubs (https://main-investment-club.blogspot.com/) eine Diskussionsrunde organisieren.

Veranstalter: Würzburger Akademie 4.0 zusammen mit BRAND & PARTNER Unternehmensberatung Gerhard Brand - Home-Office: Spessartstr. 11 - 97082 Würzburg

Was ist eine philosophische Lebenskunst? Überlegungen zur Alten Mainbrücke in Würzburg.

Die alten Griechen nannten es epimeleia heautou, was ins Deutsche übersetzt, soviel wie "die Sorge um sich selbst" bedeutet. Und das war lange Zeit das wesentliche Ziel der griechischen Philosophie und Philosophen. Der Blick wurde nach Innen gerichtet, um so Wahrheit und Schönheit zu erlangen. Wahres Sein liegt also auf einer neuen Seinsebene, die auch das eigene Nichtsein bedeutet. Das Ich als Teil des großen Ganzen.



Vor diesem Hintergrund ist Meditieren in der Antike ( melete) und  bei den Römern (meditatio) zu verstehen. Es war in der Antike eine Gedankenübung, um sich an Gutes, Wahres und Schönes zu erinnern. Gedanken wurden formuliert und immer und immer wiederholt, um diese Denkmuster fester ins Bewusstsein zu verankern. 

Am Morgen wird gedacht, wie der Tag "wahr" verläuft. Am Abend hat der römische Sklave Epiktet (50 n. chr. - 130 n. Christus in der Tradition der Stoiker) sinniert, was der Tag gebracht hat, wie das Leben um ihn herum auf ihn gewirkt bzw. er reagiert hat. Ich selbst sehe mich am Abend oft wie ein Fisch im Wasser des Alltagslebens, wie und wohin bin ich geschwommen, wie hat mich der Alltag getrieben, welchen Strömungen oder Studeln war ich ausgesetzt, wo war Gegenstom und wo konnte ich einfach in der Strömung schnell mit schwimmen.

(wird fortgesetzt)

Freitag, 27. April 2018

BrückenSchoppenTraining für die Saison 2018

Die Brückenschoppen-Saison 2018 hat ja genau betrachtet bereits am 1. Januar zum Neujahrs-Frühschoppen begonnen. Nach dem russischen Winter vor einigen Wochen ist es dann gleich richtig warm geworden - nicht nur Frühling, wir hatten gleich den Frühsommer. 

Bildergebnis für Brückenschoppen

Gestern war wieder eine kleine Weinverkostung für brasilianische Touristen. Ich hatte ihnen erklärt, dass der Silvaner eine fränkische Rebe ist. Es war ein brasilianisches Ehepaar, das sich die Musik von G.G. Kettel angehört hat. Es war alles sehr entspannt, angenehme Stimmung. Schräg gegenüber sah ich den Bayern-Senior in kurzer Lederhose und Wadel-Strümpfen. Ich hatte den noch als kleinen Bub in Erinnerung und jetzt bringt er den Erstsemestern bei, wie man guten Frankenwein auf der alten Mainbrücke genießt. 

Bildergebnis für Brückenschoppen


Samstag, 21. April 2018

Musikverbot auf der Alten Mainbrücke -

Bildergebnis für stramu würzburg 2017


Absurdes Musikverbot auf Würzburgs
"Alter Mainbrücke"

Es ist kaum zu glauben: seit einigen Tagen ist Musikverbot auf der alten Mainbrücke - ab 19 Uhr darf kein Musiker mehr auftreten. Vor ein paar Tagen Dienstag oder Mittwoch -- kann auch früher gewesen sein -  hat mir einer der Straßenmusiker erzählt, dass er von der Polizei und/oder Ordnungsamt der Brücke verwiesen wurde. Er hatte den Eindruck Polizei und Ordnungsamt hätten die Anweisung schärfer durchzugreifen. Und tatsächlich: auch in der vergangenen Woche redeten zwei städtische Ordnungshüter und ein extra dafür abkommandierter Polizist auf einen älteren Straßenmusiker ein. Der Polizist machte einen vernünftigen Eindruck, was man nicht von allen Blau- oder Grünkitteln behaupten kann. Die städtischen Ordnungshüter waren beide eher zurückhaltend. 


Bild könnte enthalten: 2 Personen, Personen, die lachen, Himmel, im Freien und Wasser
Die Würzburger STRAMU-Stammbesetzung auf der Alten Mainbrücke: GeeGeeKettel und Mike Ertel



Jedenfalls kurz zusammengefasst ist das die Sachlage: Ab 19 Uhr darf kein!!! Straßenmusiker mehr auf der alten Mainbrücke spielen. Soweit ich mich erinnern kann, spielten die in den letzten 2-3 Jahren immer noch bis 23 Uhr oder später. Und das macht auch die entspannte Stimmung auf der Brücke aus. Die Erklärungen waren eher wenig nachvollziehbar. Einmal wurde der Stadtrat beschuldigt, er habe beschlossen, dass auf der Alten Mainbrücke nach 19 Uhr keine Straßenmusik erlaubt sei. Die zweite Erklärung war: Es gibt in Bayern ein Gesetz, dass ab 19 Uhr abends Ruhe herrschen muss: keine Musik. Straßenlärm zählt nicht dazu. Laute Autos ebenso wenig wie noch lautere Motorräder mit aufgebohrtem Auspuff. Denn es gilt: Je breiter die Reifen umso kleiner das Hirn. Auch bei Autos. LKWs dürfen sowieso Lärm produzieren. Musik ist nicht erlaubt. Es sei denn es ist im Auto und der Narr hinter dem Lenkrad hat seine Stereoanlage auf volle Dröhne eingestellt. Also mit dem Lärm wird das vom Polizeiaufgabengesetz eher wirr geregelt. 

Heute habe ich zunächst den Stadtrat meines Vertrauens befragt: Seines Wissens gibt es eine solchen Beschluss im Stadtrat oder einem der Ausschüsse nicht. Er könne sich aber auch täuschen. Versteh ich. Die gewählten Stadträte sind offensichtlich an allem Schuld. 

Ich werde natürlich weiter recherchieren und subversiv tätig werden. Wir haben uns schon zusammengetan: die Musiker lassen sich auch nicht alles gefallen und wir Zuhörer schon mal gar nicht. 
Unterschriften-Aktion usw. sind am Anlaufen. 



Erfolgreiche Unterschriften-Aktion und Crowd-Funding gegen das Musik-Verbot auf der Alten Mainbrücke


Die Unterschriften-Aktion verknüpft mit dem Crowd-Funding  gegen ein Musik-Verbot auf der Alten Mainbrücke war sehr erfolgreich, erfolgreicher als wir uns das vorgestellt hatten. Unser Zugpferd auf der Brücke war das Redaktionsmitglied Horst Büttner oder auch "Bendel-Horst" genannt. Wir danken den zahlreichen Sponsoren unserer Aktion gegen das Musik-Verbot. 

Uwe Schmidt - Karl Steigerwald - Jutta Palmer - Herbert Krebs - Helmut Neukam - Karin Rathmann - U. Wehner - H. Neu - Dr. Bernhard - Gerhard Brand - Jutta Kendzia (für die Redaktion) -